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Doping

Die seit vielen Jahren stattfinden Diskussion über den Einsatz verbotener Substanzen im Sport ist nicht verstummt. Besonders durch immer wieder auftretende Enthüllungsfälle gelangt das Doping in den Blick der Öffentlichkeit. Während es den 50er Jahren des Letzten Jahrhunderts vor allem das Doping mit Amphetaminen und ähnlichen Wirkstoffen ging, so sind es heutzutage Hormonelle Unterstützungsmittel wie Anabolika, Testosteron, Wachstumshormone und auch das so genannte Blut-Doping um die Kontrollen um gehen zu können.

Eine sehr einfache und treffende, aber da sie nicht scharf genug ist auch nicht sehr brauchbare, Definition von Doping hat der Deutsche Sportärztebund im Jahre 1952 veröffentlicht: „Jedes Medikament – ob es wirksam ist oder nicht – mit der Absicht der Leistungssteigerung vor Wettkämpfen gegeben, ist als Doping zu betrachten.“

Das Menschen Arzneimittel und Drogen zur Leistungssteigerung einsetzen ist jedoch keine Entdeckung unserer Zeit, die Anfänge dieser Praktiken zur nicht medizinischen Leistungssteigerung reichen schon tausende Jahre zurück. Das Wort Doping wurde 1889 zum ersten Mal in England erwähnt. Damit wurde eine Mischung aus Opium mit Narkotika gemeint, welche beim Pferde rennen eingesetzt wurden. Das Wort (Dop) jedoch kommt aus der Sprache der Kaffer aus Südost-Afrika und ist die Bezeichnung für einen landestypischen Schnaps, der bei kultischen Handlungen und religiösen Feiern als Stimulationsmittel Verwendung fand. Von dort kam diese Bezeichnung nach England, wo man früher Alkohol zur Leistungssteigerung im Pferdesport einsetzte. Die Einnahme von stimulierend Wirkenden Mitteln war Radsport in den 1960er so weit verbreitet, dass bei vielen wichtigen Radrennen keiner der Berufsradrennfahrer ungedopt an Start ging. Aber auch im Kraftsport oder Hammerwerfen und Diskuswerfen waren diese Methoden verbreitet. Eine sichere Identifizierung von Anabolika war jedoch erst zu den Olympischen Spielen 1976 möglich.

Der Leistungsdruck der auf den Sportler lastet wird vor allem daran deutlich, dass es zu den Olympischen Spielen 1936 ein normales Training für die Goldmedaille von zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche reichte. Heutzutage sind im Spitzensport 2 bis 3 Trainingseinheiten pro Tag keine Seltenheit. Die Einnahme von leistungssteigernden Medikamenten hat aber auch in der Bevölkerung einen hohen Stellenwert erlangt. Medikamente die helfen sollen Schwierigkeiten zu überwinden oder ihnen auszuweichen haben allein in Deutschland einen Umsatz von mehreren Milliarden Euro, obwohl sie therapeutisch nicht erforderlich wären.

Das Doping zerstört nicht nur das Vertrauen der Sportler untereinander. Das öffentliche Vertrauen in den Sport besonders in die erzielten Erfolge und die Leistungen der Athleten werden durch Manipulationsvorwürfe ebenso zerstört. Sport der nur durch pharmakologische Hilfen ausgeführt wird bietet kein Identifikationspotential und ihm kann auch kein pädagogischer Wert zugemessen werden. Durch diese Methoden werden auch die Bemühungen der Sportverbände Jugendliche vor dem Drogenkonsum zu schützen in ein schlechtes Licht gestellt.  Auch wird der Spitzensport heutzutage durch mit Mittel der Wirtschaft unterstützt und finanziell erst möglich. Die durch die Sponsorverträge an Mannschaften und Sportveranstaltungen sind nicht daran interessiert das sie in ein schlechtes Licht geraten, weil sie dem Doping im Sport fördern. Der Ruf nach einer Freigabe von Leistungssteigernden Mitteln ist somit mit dem Sägen am eigenen Ast zu vergleichen. Dennoch gibt es einige Bestrebungen die Athleten durch ärztlich Kontrollierte Abgaben die Belastung des Organismus im Training und Wettkampf durch belastungsmindernde Medikamente gesenkt werden könne und so Leistungssport für die Athleten erträglicher sei.

Aus Medizinischer Sicht stellt das verabreichen von Dopingmittel einen Widerspruch gegen den sportärztlichen Ethos dar. Es ist unbestritten das jedes pharmakologische Mittel nicht frei von schädlichen Nebenwirkungen, welche teilweise höchst gesundheitsschädlich sein können, ist, da es einen Eingriff in den Organismus bedeutet. Häufige Nebenwirkungen von Dopingmittel sind bei Männern die Veränderung des Sexualhaushaltes, Verkleinerung der Genitalien, Verringerung der Samenproduktion und Leberschäden wie auch Abhängigkeiten. Für Frauen gilt im Besonderen die Vermännlichung und bei ihren Kindern besteht die Gefahr von Missbildungen. Bei Jugendlichen treten teilweise massive Wachstumsstörungen ein.1


Literatur

1. Clasing, Dirk (Hrsg): Doping – verbotene Arzneimittel im Sport. Fischer Jena, 1992

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