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Sport im Alter

Vor dem Hintergrund der Altersentwicklung in Deutschland, aber auch in anderen Ländern der Erde, steigt der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung. Auch steigt die Lebenserwartung, wodurch dieser Anteil noch weiter steigen wird. Bewegung und Sport im Alter kann für viele Menschen die Lebensqualität erhöhen, Bewegungsmangel führt zu einem Teufelskreis. Körperliche Rückbildungsprozessen geistige, seelische und soziale Vorgänge negativ beeinflussen und umgekehrt. Beispielsweise lindern Bewegungsaktivitäten depressive Stimmungen aber im anders herum Depressionen die Aktivität herabsetzen. Die Sportgruppe jedoch bildet ein soziales Netzwerk, das dabei hilft wieder aktiv zu werden. Durch den Sport kann somit auch der Vereinsamung entgegengewirkt werden.

Bewegung als Medikament hat ein sehr breites Wirkungsspektrum, hat jedoch unter fachgerechter Betreuung und Anleitung kein Risiko und keine Nebenwirkungen. Um seine Wirkung entfalten zu können darf Sport jedoch nicht als Medikament oder Pflicht angesehen werden. Besonders Patienten in der Rehabilitation in folge einer Nachbehandlung von Schäden, die durch eine falsche Lebensweise entstanden sind, sind neuen Bewegungstherapien offen zugänglich. Oft werden in diesen Fällen Gymnastik und Wassergymnastik benutzt um Patienten wieder für ihren Alltag zu stärken.

Von einem aktiven Breitensport jedoch werden viele Senioren durch die Vorstellung abgehalten, dass sie sich beim Sport quälen müssten. Eine Mitschuld daran tragen die Vorgaben aus dem Ausdauertraining, das 3-4-mal wöchentlich eine Belastung von 30-45 Minuten nötig sei. Unter dem Gesichtspunkt des Altersports jedoch schadet dies mehr als es nützt. Allgemein kann man sagen, dass jede Bewegungsaktivität wertvoll ist.

Andere Gründe für das Ausbleiben von Sport bei Senioren sind auch sozialer Natur. Viele ältere Menschen scheuen sich Kontakt auf zunehmen, da sie befürchten nicht willkommen zu sein. Auch besteht die Angst vor dem eigenen Körper, so dass sich nicht getraut wird einen Badeanzug anzuziehen. Viele Menschen können sich auch nach Jahrzehntelanger Inaktivität nicht da zu aufraffen, da sie denken den Zeitpunkt verpasst zu haben. Aber auch das Gegenteil davon kann der Grund sein. Wer sich für fit hält kann dazu verleitet sein zu denken, er bräuchte (noch) nichts für seine Gesundheit zu tun.

Tätigkeiten die sich für Senioren eignen die mit sportlicher Tätigkeit anfangen wollen:
Wandern. Beim Wandern steht nicht nur das Zurücklegen einer bestimmten Strecke im Vordergrund, auch das Naturerlebnis spielt eine wichtige Rolle. Auch wenn es keine nachweisbaren Auswirkungen auf den Kreislauf hat, so ist jedoch das gemächliche Wandern sehr empfehlenswert. Um das Wandern zu einem Training für das Herz-Kreislauf-System zu machen, muss die Belastung höher sein. Die Ausflüge sollten etwa 10-25 km umfassen. Eine gute Geschwindigkeit liegt etwa bei 5 km/h. Es lohnt sich jede Stunde eine etwa 10 Minuten lange Pause einzulegen. Wenn Steigungen und Gefällstrecken vermieden werden, eignet sich das Wandern auch bei der im Alter weitverbreiteten Arthrose der Knie. Einen besonderen Sportlichen Anreiz bietet das Bergwandern im Gebirge ab etwa 1000m Höhe. Durch die sogenannte „dünnere Luft“ wird die Bildung von Roten Blutkörperchen gefördert und weitere Stoffwechselprozesse angekurbelt. Als aktive Wanderer werden Personen gesehen die etwa einmal pro Woche eine Wanderung im Umfang von mehr als 1,5 bis 2 Stunden unternehmen. Im Gegensatz zum Walken ist die Belastungsintensität geringer.

Die Wassergymnastik wurde vom Deutschen Roten Kreuz speziell für die Arbeit mit Senioren entwickelt. Darunter fallen einfache Gymnastische Tätigkeiten die im etwa brusttiefen Wasser ausgeführt werden. Die Übungen können alleine, als Partnerübungen oder als Übungen mit Hilfsgeräten wie Bällen und Ringen durchgeführt werden. Durch den Auftrieb des Wassers wird der Bewegungsapparat bei diesen Übungen entlastet und verringert so Schäden die bei Gymnastischen Tätigkeiten auftreten könnten. Der Widerstand des Wassers fördert und kräftigt bei diesen Tätigkeiten die Muskulatur.1


Literatur

1. Meusel, Heinz: Sport für Ältere. Schattauer Stuttgart, 1999

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